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It’s time to rattle the tree – einige Bemerkungen zur Theoriediskussion in der Pflegewissenschaft

Raum:

KD 201/202

Beginn:

4. Apr 2019, 11:30

Titel:
It’s time to rattle the tree – einige Bemerkungen zur Theoriediskussion in der Pflegewissenschaft
Referent/in:
In mein Kongressprogramm aufnehmen:
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Ort:
KD 201/202
30

Beschreibung

Titel
It’s time to rattle the tree – einige Bemerkungen zur Theoriediskussion in der Pflegewissenschaft
Vor einigen Jahren ist in der Zeitschrift „Pflege“ ein Beitrag über die „spärliche Theoriebildung“ in der Pflegewissenschaft erschienen (Moers et al. 2011). U.a. sah man in der Tatsache der extremen Beanspruchung und der Überlastung der Akteure eine Erklärung für diese These. Eine andere mag darin liegen, dass mit der zunehmenden Dominanz evidenzbasierter Pflegeforschung ein ganz bestimmtes Forschungsparadigma bestimmend wurde, das weniger strukturkritisch und sozialwissenschaftlich ausgerichtet war. Vor allem die Verbesserung der klinischen Praxis stand nun ganz im Vordergrund. Meiner Einschätzung nach hat sich an der grundlegenden Diagnose nicht viel geändert – im Gegenteil. Eine weitgehende Theorieabstinenz in der Pflegewissenschaft ist heute unverkennbar. Mein Beitrag thematisiert die Hintergründe, diskutiert Ursachen und weist auf einige Konsequenzen hin (vgl. umfassender Brandenburg et al. 2019). Zunächst wird die pflegetheoretische Entwicklung der letzten Jahrzehnte rekapituliert, die mit einer weitgehend unkritischen Aufnahme der sog. „grand theories“ aus den USA in den 1980er Jahren begann. Peplau, Orem, Henderson und viele mehr wurden thematisiert, ein Bezug zur klinischen Praxis blieb jedoch weitgehend unklar. Eine zweite Entwicklungsstufe ist die Fokussierung auf „situation specific theories“, die in den 1990er Jahren diskutiert wurden (Meleis 1999). Vor allem vom genauen Blick auf Pflegephänomene sowie einer stärkeren Verbindung zwischen Forschung und Praxis versprach man sich neue Impulse. Ansatzweise ließ sich dies auch belegen, die langfristige und nachhaltige Wirkung blieb jedoch unklar. Als eine dritte Phase lässt sich ein Siegeszug evidenzbasierter Zugänge in der Pflege erkennen, wobei das Paradigma der Medizin leitend ist. In der Konsequenz wurde auf die Optimierung klinischer Praxis fokussiert, sozialwissenschaftliche Fragen der Pflege gerieten immer stärker in den Hintergrund. Damit spielte die Analyse der Bedingungen und Ursachen für Probleme in der Theoriediskussion eine zunehmend untergeordnete Rolle. Die Folgen lassen sich bereits erkennen. Literatur: Brandenburg, H., Dorschner, S., Hülsken-Giesler, M. (2019). Pflegewissenschaft 1. Lehr- und Ar-beitsbuch zur Einführung in das wissenschaftliche Denken der Pflege. 4. korrigierte, überarbeitete und erweiterte Aufl. Bern: Huber. Meleis, A.I. (1999). Pflegetheorie. Gegenstand, Entwicklung und Perspektiven des theoretischen Denkens in der Pflege. Bern: Huber. Moers, M., Schaeffer, D., Schnepp, W. (2011). Too busy to think? Essay über die spärliche Theoriebildung der deutschen Pflegewissenschaft. Pflege 24, (6), 349-360.

Literaturangaben im Abstract
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