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Ethikberatung in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung

Raum:

KD 202

Beginn:

4. Apr 2019, 13:15

Titel:
Ethikberatung in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
Referent/in:
In mein Kongressprogramm aufnehmen:
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Ort:
KD 202
30

Beschreibung

Titel
Ethikberatung in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
Hintergrund: Ethische Herausforderungen sind Alltag in der Gesundheitsversorgung und können nachhaltige Belastungen für alle Beteiligten bedeuten. In der klinischen Versorgung hat sich vor diesem Hintergrund die Ethikberatung (EB) etabliert. Bei ethischen Konflikten bietet sie Hilfestellung, um eine Antwort auf moralische Orientierungslosigkeit sowie Handlungsunsicherheit zu finden [1]. Allgemein wird die Begleitung am Lebensende und somit die Palliativversorgung (PV) als ethisch besonders herausfordernd wahrgenommen [4]. PV findet häufig spezialisiert im ambulanten Sektor (SAPV) statt. Im ambulanten Sektor existieren in Deutschland nur vereinzelnde EB-Angebote, meist Pilotprojekte initiiert von Palliativnetzwerken [3]. Forschungsergebnisse zu ethischen Herausforderungen im ambulanten sowie speziell im ambulanten Palliativversorgungsbereich liegen kaum vor. EB ist per se in allen Versorgungssettings möglich. Ziele und Aufgaben sind dabei gleich, müssen aber auf spezifische Fragestellungen und Rahmenbedingungen adaptiert werden [2] [5]. Fragestellung und Methode: Vor diesem Hintergrund ist die Fragestellung der vorliegenden Arbeit: Welche Potenziale bietet die ambulante Ethikberatung für die in der SAPV Tätigen? Dieser Fragestellung wird mit Hilfe von acht leitfadengestützten Expert*inneninterviews und inhaltsanalytischer Auswertung nach Kuckartz [2] im Rahmen eines qualitativen Forschungsdesigns nachgegangen. Die multiprofessionellen Expert*innen schildern, mit welchen ethischen Herausforderungen sie konfrontiert sind, wie sie diese bewältigen und welche Unterstützung sie sich dabei wünschen. Ergebnis: In den Interviews wird deutlich, dass die SAPV ein ethisch hochsensibles Tätigkeitsfeld ist. Die Versorger*innen sehen sich mit Spannungsfeldern sowie ethischen Fragestellungen und Konflikten im Berufsalltag konfrontiert. Diese müssen bewusst und sorgsam bewältigt werden, um Versorgungsqualität und nachhaltige Entlastungen für alle Beteiligten zu schaffen. Es wird gezeigt, dass verschiedene Bewältigungsstrategien und Unterstützungsangebote zwar vorhanden, diese jedoch häufig unstrukturiert sind und nur bedingt genutzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auseinandersetzung mit ethischen Herausforderungen negativ wie auch positiv erlebt wird. Entscheidend ist, ob ethische Herausforderungen als Belastung oder als Ressource wahrgenommen werden. Konklusion: EB zeigt hohes Potenzial für die SAPV. Sie kann ethische Kompetenz stärken, notwendige Entscheidungsfindungsprozesse transparent und strukturiert gestalten, die Bewältigung ethischer Herausforderungen unterstützen sowie eine bestmögliche ethisch begründete Entscheidung oder Handlung fördern. Letztlich kann die ambulante EB Orientierung und Handlungssicherheit in einem ethisch hochsensiblen Versorgungsbereich schaffen und die Versorgungsqualität nachhaltig stärken.

[1] Jox, R. J. (2014). Ethikberatung im Gesundheitswesen: Wo stehen wir? Ethik in der Medi-zin, 26(2), 87–90. doi: 10.1007/s00481-014-0303-y [2] Kuckartz, U. (2016). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstüt-zung, 3. Aufl. Weinheim, Basel: Beltz Juventa [3] Simon, A. (2015). Ethikberatung in Pflege und ambulanter Versorgung: Eine Landkarte der unterschiedlichen Modelle. In M. Coors, A. Simon & M. Stiemerling (Hrsg.), Ethikberatun-gen in Pflege und ambulanter Versorgung. Modelle und theoretische Grundlagen (pp. 69-77). Lage: Jacobs Verlag [4] Wallner, J. (2007). Health Care zwischen Ethik und Recht. Wien: facultas [5] Vorstand der AEM (2010). Standards für Ethikberatung in Einrichtungen des Gesund-heitswesens. Ethik in der Medizin, 22(2), 149–153. doi: 10.1007/s00481-010-0053-4Literaturangaben im Abstract
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