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Pflegeberufliche Rekrutierungsprobleme im Kontext gesellschaftlicher Erosionskrisen

Raum:

KD 201/202

Beginn:

4. Apr 2019, 15:45

Titel:
Pflegeberufliche Rekrutierungsprobleme im Kontext gesellschaftlicher Erosionskrisen
Referent/in:
In mein Kongressprogramm aufnehmen:
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Ort:
KD 201/202
30

Beschreibung

Titel
Pflegeberufliche Rekrutierungsprobleme im Kontext gesellschaftlicher Erosionskrisen
Ausgangslage: In Deutschland hat sich Pflegeforschung in den letzten Jahrzehnten in enger Vernetzung mit Partnern der beruflichen Praxis etablieren und erfolgreich ausdehnen können. Unter klinischen Fragestellungen sowie versorgungsstrukturellen Aspekten hat pflegewissenschaftliche Forschung auf der einen Seite erste wichtige Beiträge zur Entwicklung innovativer Konzepte und Organisationsformen leisten können. Damit ist ein wichtiges Ziel: Anerkennung als originäre, leistungsstarke Wissenschaftsdisziplin, in ersten Etappen erreicht. Mehr und mehr scheinen auf der anderen Seite wissenschaftliche Innovationen allerdings quasi ihre Adressaten zu verlieren angesichts eines sich kontinuierlich verknappenden Personals in Relation zum durchschnittlich wachsenden Pflegebedarf. Annahmen: Die hier vertretene Auffassung lautet, dass bemerkenswerte Erfolge pflegewissenschaftlicher Forschung einen Preis haben, der in einer Verengung der Perspektiven besteht: in einer Ausblendung jener gesellschaftlichen Veränderungsdynamiken, die für zunehmende personelle Engpässe mitursächlich sind. Wie andere Handlungswissenschaften, so hat auch Pflegewissenschaft ein doppeltes Mandat im Sinne der Wahrnehmung politischer Verantwortung. In meinem wissenschaftlichen Diskursbeitrag möchte ich daher im Rückgriff beispielsweise auf Befunde der zeitgenössischen Soziologie und Sozialtheorie analytische Perspektiven aufzeigen, die es erlauben, die sich zukünftig noch verschärfende pflegeberufliche Rekrutierungskrise (zusätzlicher Personalbedarf zwischen 350.000 bis 500.000 VZÄ bis 2030) als Teil einer viel umfassenderen gesellschaftlichen Erosionskrise zu deuten. Vorgehensweise: Ich möchte zeigen, dass die gegenwärtige Krise der Pflegeberufe nicht bloß Ausdruck beharrlicher sozialer Systemungleichgewichte bzw. einseitig gelöster monetärer Verteilungskonflikte ist, die kurzerhand durch verbesserte Gratifikationssysteme neutralisiert werden könnten. Vielmehr lässt sich die gegenwärtige Krise in der Weise beschreiben, dass die im Persönlichkeitssystem beruflicher Akteure verankerten Einstellungen und Werthaltungen als bestandswichtige motivationale Ressourcen in den Sog technisch-ökonomischer sowie bürokratischer Systemimperative gezogen und auf diese Weise ausgezehrt bzw. untergraben werden. Auch hochspezialisierte Versorgungssysteme bleiben mit einer sozialen Lebenswelt verflochten, die durch entfesselte Modernisierungsdynamiken bedroht und ihrer Substanz beraubt zu werden scheint. Die Folgen sind berufliche Sinn- und Orientierungsverluste, die im Zusammenhang mit weiteren beruflichen Dauerbelastungen zu Berufsflucht führen – beginnend häufig schon in der Ausbildungsphase. Begründung: Zur Erläuterung dieser analytischen Befunde greife ich auf die „Kolonialisierungsthese“ von Habermas (1981), auf Jaeggis (2014) soziologische „Kritik von Lebensformen“ und Rosas (2016) soziologische Theorie der „Resonanz“ zurück, die vice versa Kriterien einer sozialen Integrität pflegeberuflicher Arbeit liefert.

Literaturangaben im Abstract
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