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Das Gefährdungspotenzial von Dienstübergaben der Pflegefachkräfte im Krankenhaus

Raum:

Lokhalle

Beginn:

4. Apr 2019, 15:45

Titel:
Das Gefährdungspotenzial von Dienstübergaben der Pflegefachkräfte im Krankenhaus
Referent/in:
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Ort:
Lokhalle
30

Beschreibung

Titel
Das Gefährdungspotenzial von Dienstübergaben der Pflegefachkräfte im Krankenhaus
Die Übergabe von Patienten stellt einen wesentlichen und fehlerträchtigen Vorgang in der Patientenversorgung dar (St. Pierre, Hofinger, 2014) und ist daher wiederholt zu einem Bereich erklärt worden, der die Patientensicherheit beeinträchtigt (Drach-Zahavy, Hadid, 2014). An der Entstehung fehlerbedingter Patientenschäden sind jedoch sowohl latente fehlerförderliche Faktoren im System als auch individuelle akute Fehlhandlungen beteiligt (Hölscher et al, 2014). Pflegefachkräfte werden als die Berufsgruppe mit der größten Fehlerquote im Gesundheitswesen erachtet, womit ihr für die Identifikation und potentielle Vermeidung von Fehlern eine herausragende Bedeutung zukommt (Kocks, 2014). Studien zu Dienstübergaben von Pflegefachkräften sind im deutschsprachigen Raum Einzelfälle (z.B. Walther 1997; Lauterbach, 2008; Oberzaucher, 2014). Neuere Arbeiten und solche, die die Anwendung des systemischen Ansatzes von Human Factors auf Dienstübergaben vornehmen, fehlen. Die Analyse verfolgt das Ziel, Gründe für problematische Informationsweitergaben nicht nur in den Pflegefachkräften selbst, sondern auf mehreren Ebenen systematisch offenzulegen und Ansatzpunkte für Umgestaltungen aufzuzeigen. Im sequenziellen Mixed-Methods-Design (QUAL?quant) wurden 20 offene passiv-teilnehmende teilstrukturierte Fremdbeobachtungen von Dienstübergaben auf einer internistischen Station und anschließend eine Befragung (N=64) im Paper-Pencil-Format auf sechs Allgemeinstationen durchgeführt. Die Datenanalyse erfolgte unter fallübergreifender inhaltsanalytischer bzw. deskriptivstatistischer Schwerpunktsetzung. Auf den Ebenen Rahmenbedingungen, Organisation, Systemgestaltung und Pflegeteam wurden nicht nur die Auswirkungen hoher Arbeitsbelastung auf Sprache und Haltung von Pflegefachkräften sowie eine unzureichende Ausbildung und Schulung der Übergabekompetenzen identifiziert, sondern auch planmäßig gestaffelte Dienstzeiten sowie unzureichende Mitarbeiter-Qualifizierungsmaßnahmen. Ferner wurden als stärkste Störfaktoren Unterbrechungen im Informationstransfer durch andere Berufsgruppen sowie die Telefon- und Patientenrufanlage ermittelt. Zudem limitieren ein fehlendes gemeinsames Pflegeverständnis, wenig Teambesprechungen, unklare Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie ein insuffizientes Übergabekonzept und fehlende Standardisierung der Informationen. Auf individueller Ebene hat ein unvollständiges Situationsbild entscheidenden Einfluss auf Qualität und Quantität der Informationen und darauf, inwieweit der Verlauf der Patientensituation antizipiert und prioritär begleitet wird. Die Pflegeausbildung sowie Führungskräfte aller Berufsgruppen im Krankenhaus benötigen Human Factors-Wissen. In der Pflegepraxis muss das Problembewusstsein für Dienstübergaben als Risikoschnittstelle der Patientensicherheit intensiviert und Arbeitsbedingungen nach Human-Factors-Gesichtspunkten gestaltet werden. Pflegefachkräfte brauchen Schulungen zum Thema Patientensicherheit und Kommunikation. Weitere Studien sind notwendig, um die Befunde zu prüfen. St. Pierre, M., Hofinger, G. (2014). Human Factors und Patientensicherheit in der Akutmedizin. Berlin, Heidelberg: Springer.

Literaturangaben im Abstract
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