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Einflussfaktoren für ungeplante Verlegungen ins Krankenhaus am Lebensende - Herausforderungen bei der palliativen Versorgung in der Häuslichkeit

Raum:

Lokhalle

Beginn:

4. Apr 2019, 13:15

Titel:
Einflussfaktoren für ungeplante Verlegungen ins Krankenhaus am Lebensende - Herausforderungen bei der palliativen Versorgung in der Häuslichkeit
Referent/in:
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Ort:
Lokhalle
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Beschreibung

Titel
Einflussfaktoren für ungeplante Verlegungen ins Krankenhaus am Lebensende - Herausforderungen bei der palliativen Versorgung in der Häuslichkeit
Hintergrund: Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (76%) wünscht sich in der Häuslichkeit sterben zu können, tatsächlich versterben dort nur 20%. Auch wenn eine palliative Versorgung in der gewohnten Umgebung ermöglicht wird, werden viele Menschen in der finalen Lebensphase ins Krankenhaus eingewiesen und versterben dort. Wiedereinweisungen belasten nicht nur das Gesundheitssystem, sondern richten sich auch gegen Bedürfnisse der Versterbenden und ihrer Familien. Aufgrund dessen wurde mit Inkrafttreten des Hospiz- und Palliativgesetzes 2007 der Anspruch auf spezialisierte ambulante palliative Versorgung für Menschen mit einer nicht heilbaren, fortgeschritten Erkrankung wirksam. Dennoch versterben immer noch 46% der Bevölkerung im Krankenhaus. Fragestellungen: Welche Faktoren führen zu Versorgungsbrüchen in der palliativen häuslichen Versorgungssituation und einer daraus resultierenden Krankenhauseinweisung? Was benötigen pflegende Familien, damit ihre Angehörigen zu Hause versterben können? Methode: Es wurde eine systematische Literaturrecherche von Februar bis April 2018 in den Datenbanken Medline, LIVIVO, Cochrane, CINAHL, Psyndex sowie in Form einer Handsuche durchgeführt. Eingeschlossen wurden englisch- und deutschsprachige Studien aus europäischen und weiteren westlichen Industrienationen der Jahre 2007 bis 2018, die die Perspektive der erwachsenen Betroffenen und Angehörigen im häuslichen Setting betrachten. Nach Anwendung der Ein- und Ausschlusskriterien sowie eines Ciritcal Appraisals wurden aus insgesamt 1397 Treffern 22 Publikationen in die Analyse eingeschlossen. Ergebnisse: Eine mangelnde Kontrolle physischer und psychischer Symptome sowie struktureller Bedingungen (u.a. Informationsmangel, Schnittstellenprobleme) erhöhen die Belastungen der Familien multidimensional. Die Summe dieser Belastungen kann zur Eskalation der häuslichen Versorgungssituation führen, der eine ungeplante Krankenhauseinweisung folgt. Der Prozess möglicher Krankenhauseinweisungen wird durch persönliche Faktoren wie fehlende Akzeptanz der Sterblichkeit und dem Wunsch allgemeiner hausärztlicher Versorgung begünstigt. Positive Einflussfaktoren, wie die Zusammenarbeit der Gesundheitsprofessionen mit informellen Hilfen, können zur Stabilisierung der häuslichen Versorgung führen. Schlussfolgerung: Die Vielzahl der Faktoren verdeutlicht die Komplexität der Thematik. Auffallend ist, dass sämtliche Faktoren miteinander in Verbindung stehen, wobei das Wohlergehen der Angehörigen in Bezug auf die Wiedereinweisung von zentraler Bedeutung ist. So sind Hausärzt*innen angehalten, Versorgungsarrangements derart aufzuklären, dass Ängste verringert und Handlungsoptionen gestärkt werden. Die Gesundheitsprofessionen müssen paternalistische Verhaltensweisen überwinden und pflegende Angehörige stärken. Trotz der Bemühungen durch gesetzliche Bestimmungen und Interventionsentwicklungen bedarf es bedürfnisgerechterer Unterstützungsangebote in individuellen Versorgungsarrangements, um ein Sterben zu Hause zu ermöglichen.

Literaturangaben: Bleidorn, J.; Pahlow, H.; Klindtworth, K.; Schneider, N. (2012): Versorgung von Menschen am Lebensende. Erfahrungen und Erwartungen von hinterbliebenen Angehörigen. In: Deutsche medizinische Wochenschrift (1946) 137 (25-26), S. 1343–1348. DOI: 10.1055/s-0032-1305045. Mercadante, Sebastiano; Adile, Claudio; Ferrera, Patrizia; Casuccio, Alessandra (2017): Characteristics of advanced cancer patients who were readmitted to an acute palliative/supportive care unit. In: Supportive care in cancer : official journal of the Multinational Association of Supportive Care in Cancer 25 (6), S. 1947–1952. DOI: 10.1007/s00520-017-3604-0. Rosenberg, John P.; Horsfall, Debbie; Leonard, Rosemary; Noonan, Kerrie (2018): Informal care networks" views of palliative care services. Help or hindrance? In: Death studies 42 (6), S. 362–370. DOI: 10.1080/07481187.2017.1350216.Literaturangaben im Abstract
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