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Entwicklung eines telemetrisch multisensorischen Dekubitus-Prophylaxe-Systems unter Berücksichtigung ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen (ELSI)

Raum:

KD 104

Beginn:

4. Apr 2019, 17:30

Titel:
Entwicklung eines telemetrisch multisensorischen Dekubitus-Prophylaxe-Systems unter Berücksichtigung ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen (ELSI)
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Ort:
KD 104
30

Beschreibung

Titel
Entwicklung eines telemetrisch multisensorischen Dekubitus-Prophylaxe-Systems unter Berücksichtigung ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen (ELSI)
Motivation und Problemstellung: Dekubitus-Ulzerationen stellen eine der häufigsten Begleiterscheinungen im Bereich der Palliativversorgung von Kindern und Erwachsenen dar. Für Pflegende entsteht häufig ein Konfliktfeld, wenn sie Dekubitus vermeiden und die Wünsche und Bedürfnisse der Patient*innen zur Sicherstellung einer möglichst hohen Lebensqualität gleichwertig in den Pflegeprozess integrieren wollen. Im Projekt „DekuProSys“ wird ein sensorgestütztes Dekubitus-Prophylaxe-System für Pflegende in der ambulanten und stationären Palliativversorgung entwickelt. Ethische, rechtliche und soziale Implikationen (ESLI) werden bei der Entwicklung des Systems kontinuierlich berücksichtigt. Ansatz und Methodik: Basierend auf Ergebnissen der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung und unter dem Einsatz verschiedener Methoden wie teilnehmende Beobachtung, leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen wurden innerhalb des interdisziplinären Projektteams ethische, soziale und technische Anforderungen für das System diskutiert. Anschließend wurde ein strukturierter und unter Prof. Manzeschke angeleiteter Workshop nach dem Modell zur ethischen Evaluation soziotechnischer Arrangements (MEESTAR) durchgeführt. Ziel dieses Workshops war es, konkrete projektspezifische Empfehlungen für den Projektverlauf abzuleiten. Dabei wurden die sieben ethischen Dimensionen der Fürsorge, Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit, Privatheit, Teilhabe und Selbstverständnis auf den Ebenen des Individuums, der Organisation und Gesellschaft diskutiert und in den Stufen von ethisch unbedenklich bis ethisch unvertretbar hierarchisiert. Ergebnisse: Das Dekubitus-Prophylaxe-System soll professionell und informell Pflegende bei der Durchführung der Dekubitusprophylaxe innerhalb der Palliativversorgung unterstützen, indem Anwender*innen zusätzliche Informationen bezüglich des Dekubitusrisikos erhalten und in deren Entscheidungsfindung unterstützt werden. Pflegerische Kompetenzen sollen gefördert und nicht reduziert werden. Das System darf für Pflegende keine Belastung darstellen und keinen Antwortzwang hervorrufen. Qualitätskriterien bezüglich der Anwendbarkeit, Sicherheit, Privatheit, Datensicherheit und Datensparsamkeit sowie Finanzierbarkeit sind zu erfüllen, damit Pflegende das Unterstützungssystem akzeptieren und sinnvoll in den Pflegealltag integrieren können. Schlussfolgerung: Die sozialwissenschaftliche Begleitforschung, der Einsatz der verschiedenen Methoden wie teilnehmende Beobachtung, leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen sowie der strukturierte und angeleitete MEESTAR-Workshop innerhalb des interdisziplinären Projektteams, stellen eine geeignete Vorgehensweise dar, um sich mit der Thematik der ethischen, rechtlichen und soziotechnischen Anforderungen im der Technikentwicklung und -gestaltung auseinanderzusetzen.

Vgl.: Aulbert, Radbruch, Nauck; 2008 Vgl.: Montag; 2016 Manzeschke et al.; 2013Literaturangaben im Abstract
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